Lassen wir unsere Herzen wieder tanzen

Kennst Du das, wenn alles fließt, sich alles wie von selbst ergibt und fügt, man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, ohne es vorher mühsam geplant zu haben, alles leichter geht, als man gewohnt ist, wunderbare Zufälle, die unerwartet weiterhelfen, sich ergeben, man von wertvollen Begegnungen überrascht wird, es immer ausreichend Zeit ist, obwohl es theoretisch nicht möglich wäre, man darauf vertraut, dass man eine passende Lösung findet, anstatt dem Warum hinterher zu heulen, man Herausforderungen annimmt, weil man weiß, dass alles gut sein wird, manches Drama nicht mehr beindruckt, selbst wenn man mittendrin steht, man sich zufrieden im Spiegel betrachten kann und sich auch noch wirklich prima findet… ?

Es ist dieser Zustand, wo alles gut ist, aber nicht dieses „Eh gut“, als Antwort auf ein beiläufiges: „Und wie geht’s?“, sondern ein „Gut“ im Sinne von tiefer Zufriedenheit und ehrlichem Glücklichsein. Für mich fühlt es sich an, als würde mir (buchstäblich) das Herz aufgehen und alles in mir warm werden, Ideen beginnen zu fließen und mein Energielevel steigt enorm. Ich bin dann nicht nur voller Begeisterung und Power, sondern gleichzeitig auch viel entspannter, gelassener, in mir gut verankert, sodass mich nicht so leicht etwas aushebeln kann, und falls doch, habe ich genug Kraft, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Außerdem wird bei mir in solchen Phasen der Bewertungs- und Beurteilungsmodus automatisch stumm geschalten, weil ich dafür schlichtweg keinen Kopf habe, ich bin ja mit mir und meiner Freude beschäftigt und kann mir keine Gedanken darüber machen, ob der:die Nächste dumm oder überheblich, hübsch oder komisch angezogen, ganz meiner Meinung oder vom Gegenteil überzeugt ist, etc … ich nehme es maximal zur Kenntnis. Das heißt nicht, dass ich dem Leben und den Menschen gegenüber gleichgültig werde, sondern, ich nehme es einfach, wie es ist. Wenn ich bemerke, dass mir so etwas wie ein neutrales, innerliches „Aha“, entkommt, anstatt zu interpretieren und zu werten, weiß ich, dass ich ganz bei mir bin, und bin gleich noch eine Spur glücklicher, weil ich diesen Zustand als sehr wertvoll und (leider) nicht alltäglich sehe.

In Zeiten, in denen man gefühlt täglich eine über die Rübe bekommt und sich mit allerhand (un)möglichen Dingen des Alltags beschäftigen muss, bleibt dieser Zustand eher eine Wunschvorstellung, von der man sich weiter entfernt sieht als Madonna von ihrer Jugend… denn man muss doch dieses und jenes, dann noch dies und das beachten und jenes erledigen, außerdem wartet danach das und hinterher sollte man auch noch…
Wir kennen das. Alle. Die einen mehr, die anderen weniger.

Da ist dem Herz weniger zum Hüpfen und Tanzen, als zum Davonlaufen zumute und die Seele knapp vorm Schleudertraum vom ununterbrochenen Kopfschütteln.

Aber genau in eben diesen fordernden Zeiten ist es noch viel wichtiger, in diesen persönlichen Flow hineinzufinden und ihn so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Warum? Haben wir nichts Besseres zu tun? Haben wir keine anderen Sorgen?

Nein. Himmelherrgottnochmal. Unsere größte Sorge sollte sein, wie wir es schaffen können, wieder miteinander und füreinander statt gegeneinander zu leben. Wir streiten, wir reden schlecht, wir sind neidisch, wir meiden echte Gespräche, etc.
Denk mal nach: Wenn es dir gut geht, regt dich dann alles so auf, wie in Phasen, in denen es dir mies geht? Nein. Eben.

Glückliche Menschen behandeln andere respektvoll und achtsam, egal welche Einstellung ihr Gegenüber hat.

Und deshalb kann ich nicht im Außen damit beginnen. Ich kann andere Menschen nicht ändern, auch manche Umstände muss ich so nehmen, wie sie eben sind… das Einzige was ich ändern kann, ist mein Befinden, mein persönliches Glück.

Hm… jetzt ist die Frage: Was löst diesen Flow, diesen Zustand der Freude und Zufriedenheit aus? Wie kommt man denn da hin, dass alles fließt und sich fügt, genau passend und zur richtigen Zeit? Wie zum Kuckuck werde ich glücklicher?

Ich persönlich bin der Meinung, es liegt zu einem sehr großen Teil an der Verbindung zu unserem Herzen, oder eher an der Qualität dieser, denn die Aufmerksamkeit unserem Herzen gegenüber entscheidet darüber, wie sich unsere Reise des Lebens gestaltet.

Je besser wir mit unserem Inneren, also unserem Herzen verbunden sind, je öfter wir tun, was wir lieben, was uns glücklich macht und je besser wir auf unser Herz hören, es bei Entscheidungen miteinbeziehen, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt unser Herz.
Je mehr Aufmerksamkeit unserem Herzen zukommt, umso geliebter und erwünschter fühlt es sich und wird uns begeistert seine Pläne für eine erfüllende Reise offenbaren und uns auf seine wunderbare Art und Weise, aber vor allem in Liebe leiten.

Angenommen, Du hast keine Zeit für Dinge, die dir Freude bereiten, Du findest keine Zeit, um etwas zu tun, das dir selbst guttut, keine Zeit, um die Füße hochzulegen und blöd zu schauen, kein Zeitfenster, um durchzuatmen… dann geht dir erstens irgendwann die Luft aus und zweitens verkümmert dein Herz inklusive aller Freude, es wird schlichtweg ernüchternd bis frustrierend, weil Du alles „was dein Herz begehrt“ links liegen lässt. Du ignorierst nicht nur dein Herz, sondern dich selbst, und das kann kein Glücksgefühl hervorrufen.

Als (kleines) Kind sucht man sich und macht ganz selbstverständlich das, woran man Freude hat. Es gibt immerhin keinen Grund es anders zu tun. Denk nur an Kinder, wie sie, vertieft in eine Sache, alles um sich herum vergessen, und man meinen könnte, sie von innen heraus strahlen zu sehen. Kinder erleben sich selbst und damit die Welt auf ihre eigene Art. Sie machen sich ihre Welt, wie sie ihnen gefällt und alles was im Außen passiert, bekommt ein: „Aha“, später vielleicht ein „Warum?“, aber das Beurteilen und Bewerten bringen sie nicht mit, den Schwachsinn übernehmen sie von uns… ursprünglich sind Kinder noch fest mit ihrem Herzen, ihrem Inneren verbunden, ganz bei sich, handeln und entscheiden mit dem Herzen und sind in Liebe mit der Welt… und wir waren auch mal so…

Wir haben nur irgendwann damit aufgehört, haben uns kontinuierlich aus der tiefen Verbundenheit mit unserem Inneren gelöst und unsere Aufmerksamkeit immer mehr auf das Außen gerichtet. Nun, es wäre prinzipiell auch nichts Schlechtes, zu gucken, was es da noch so gibt, außer uns selbst, immerhin wäre der Mensch nicht als egoistischer Einzelgänger geplant gewesen, doch diese Außenschau nahm zunehmend mehr Platz in unserem Leben ein und wir haben uns mit jedem Schritt ein bisschen mehr von unserem ursprünglichen Inneren entfernt, sodass wir nun als Erwachsene erst wieder lernen müssen, wie das ist, wenn man sein Herz hören und den Bauch spüren kann.

Wir wurden erzogen, uns anzupassen, dass man dieses oder jenes nicht sagt oder macht, dass es nicht um Stärken geht, sondern das Augenmerk auf dem liegt, was man nicht kann, dass alle gleich schnell, gleich gut, gleich kreativ (…) sein müssen, dass man gute Miene zum bösen Spiel machen soll, dass es nur etwas wert ist, wenn harte Arbeit dahinter steht, dass man besser Ja sagt, obwohl ein ehrliches Nein angebracht wäre, dass man mit Verstand entscheiden soll, selbst wenn man damit völlig gegen das Bauchgefühl arbeitet, dass man Erwartungen entsprechen muss und nicht aus der Reihe tanzen soll, dass man „was Ordentliches“ lernen soll, damit später mal hoffentlich was „G‘scheites“ aus einem wird… 
Nun, mit dem Augenmerk auf Entsprechen und Anpassen, ist es etwas schwierig für uns geworden, auf unser Herz zu hören. Es fällt uns (leider) oft leichter uns zu verbiegen, als stolz zu zeigen, wer wir sind und was wir können. „Be who you really are“, wird leichter gepostet als gelebt, denn wehe dem, der dieses in die Tat umsetzet! Die Reaktion auf jemand, der auf sich selbst, sein Herz, sein Bauchgefühl hört und für sich und seine Bedürfnisse einsteht, also seinem „eigenen Trend“ folgt, ist kein Lorbeerkranz, sondern eher Empörung oder zumindest von Kopfschütteln begleitetes Unverständnis. Man passt damit immerhin nicht mehr in das (gesellschaftliche) Konstrukt… „Was, wenn das jeder tun würde?? Wo kämen wir denn da bitte hin?!?!“

Hui, da kämen wir genau dorthin, wo es allen besser ginge. Dann würden wir wieder von innen nach außen fühlen und handeln, nicht umgekehrt. Dann würden wir unsere Bedürfnisse nicht nur wahrnehmen, sondern auch achtsam(er) mit den eigenen wie auch den der Mitmenschen umgehen. Wir könnten damit aufhören, wie lauter „aufg‘scheuchte Hendln“ umher zu hirschen, während wir noch möglichst elegant auszusehen versuchen, jedem erklären wollen/müssen, was wir nicht alles im Stande sind zu leisten und damit auf allerhand Ansehen hoffen, während wir andere bewerten, abwerten und schlecht machen, obwohl es uns überhaupt nichts angeht, … und könnten damit anfangen, ohne schlechtes Gewissen und fünf Entschuldigungen nach Innen zu lauschen, uns auf unsere Herzenswünsche zu konzentrieren, was uns zufriedener stimmen und uns gelassener und glücklicher machen würde.

Und dann wären wir dort, wo wir etwas ändern könnten, wo sich die Welt tatsächlich verändern würde.

Aber auch, wenn dir das jetzt so wirklich bewusst ist, oder Du auch schon länger weißt, dass Du mehr mit deinem Herzen in Verbindung treten möchtest, weil Du dich glücklicher erleben willst, darfst Du eine große Portion Geduld auspacken, für dich und das was Du tust oder eben nicht tust. Es geht nicht von jetzt auf gleich, auch nicht von heute für immer. Es wird mal klappen und ein anderes Mal wirst Du dich ärgern, weil Du es nicht geschafft hast, bei dir zu bleiben und gut für dich zu sorgen, oder, weil Du mit deinen Mitmenschen anders umgegangen bist, als Du dir vorgenommen hast. Das ist normal. Wir sind Menschen. Niemand ist perfekt. Wir dürfen scheitern beim Lernen (wenn wir es aufrichtig und mit reiner Absicht für das Gute tun).

Ich würde vorschlagen, auch wenn wir es anders gelernt und lange anders gemacht haben, lasst uns wieder umlernen, langsam und mit viel Geduld und Mitgefühl für uns selbst. Erlauben wir uns, uns selbst wieder viel mehr wahrzunehmen, uns immer wieder Zeit für uns selbst einzuräumen, um Dinge zu tun, die uns den Alltag vergessen und tiefe Freude erleben lassen, damit das hier wieder mehr Miteinander wird, indem jede:r seinen:ihren Platz einnimmt und alles sich zu einem großen Ganzen ergänzt…

Lassen wir unsere Herzen
wieder tanzen,
und jede Seele erstrahlen

bis das Universum vor Glück laut jodelt!

Es wird Zeit!

Alles Liebe


Ich freue mich sehr, wenn Du meine Texte teilst!
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Textänderungen sind nicht erlaubt.


Foto: Elisabeth Mara Dam

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