Alles wird gut

Hervorgehoben

Hier sitze ich. Kenn‘ mich nicht mehr aus. 

Möchte so gerne wieder lachen und jubeln.
Ich vermisse die Freude, die Leichtigkeit, das Glück. Alles scheint so weit weg. 


Ich fasse erneut Mut, immer wieder, rede mir ein: „Alles wird gut“, aber eigentlich glaub‘ ich das nicht, denn ich weiß nicht mehr weiter. 
Ich weiß nicht, warum es nicht „gut ist“ und noch weniger wie es wieder gut wird. Was mach‘ ich so falsch? Was baue ich für einen Mist? Bin ich es denn nicht wert, glücklich zu sein? Wenn doch, warum bin ich es dann nicht? Warum? 


Dieses Gedankenkarussell macht mich krank, nimmt mir die Luft. Ich will nicht mehr. Ich will raus. Weg. Ganz weit weg. Das hier macht überhaupt keinen Spaß. So will ich dieses Leben nicht. Nein, so will ich nicht mehr.

„Alles wird gut. Alles wird gut. Alles wird gut“, versuche ich wieder mich zu beruhigen.
Aber es ist eigentlich sinnlos. Jedes Mal, wenn ich denke, es geht, jedes Mal, wenn ich mich aufraffe, mit aller Kraft, kaum aufgestanden, kaum irgendwie ein klein wenig zuversichtlich, es zu schaffen, kommt der nächste Eklat. Der keiner ist. Oder keiner wäre, aber für mich ist er das. Für mich bricht wieder alles zusammen. Dann bin ich wieder hier, liege wieder am Boden und bin meinen Tränen ergeben. Und ich weiß nicht mal warum. Warum bin ich so leer? Warum bin ich so schwach? Warum kam ich nicht mehr? 

Hier sitze ich. Kenn‘ mich nicht mehr aus. 
Denke daran, wie ich mal war, welche Freude ich hatte, am Leben, an allem, so glücklich war ich. Jetzt sitze ich da, rede mir ein: „Alles wird gut“, obwohl ich es sowieso nicht glaube.

Atme ein,
atme aus.
Lasse meine Tränen einfach laufen… denn ich kann nicht mehr.
Nichts ist gut, verdammt nochmal. Nichts. Und ich am allerwenigsten. Ich, zu blöd, mich aufzuraffen, es aus diesem lächerlichen Loch zu schaffen. Einfach rauszusteigen. Wie schwer kann das sein?? Warum geht das denn nicht???
Was versteh‘ ich denn nicht???

Fragen, die mir niemand beantwortet, obwohl ich ständig um Antworten bitte. Nein, herrgott, ich flehe, bettle … ja, ich bete sogar. Ehrlich und aufrichtig bete ich zum Himmel, dass man mir hilft, mir sagt, was hier los ist, was ich tun soll… irgendetwas sagt, das mir irgendwie hilft.
Aber es kommt keine Antwort. Nichts. Nur Stille. Und dieses Gedankenkarussell, das mich nicht loslässt.

Ich atme.
Ein und aus.
Langsam.
Ich will es schaffen. Ich muss da raus.
Lege die Hand auf mein Herz, mehr Ideen habe ich nicht mehr.

Hier sitze ich. Kenn‘ mich nicht mehr aus. 
Mit der Hand auf meinem Herzen.
Weine und frage nach: „Was soll ich denn tun?“

Stille. 

Ich lege beide Hände auf mein Herz,
schließe meine Augen und lasse alle Tränen laufen:
„Was um Himmels Willen ist mein Auftrag? Mein Weg? Wofür bin ICH hier?“

Stille.

Ich atme.
Ein und aus.
Langsam.
Mehr weiß ich nicht mehr. Ich weiß nicht mehr weiter.

„Mein Engel, schau mich an. Hier bin ich. Ich bin doch bei dir. Ich begleite dich auf Schritt und Tritt. Doch du spürst mich nicht immer. Ich darf auch nicht immer. Du bist frei, frei in deiner Entscheidung, frei in deinem Willen, manchmal darf ich nicht helfen, nicht einmal etwas sagen, da bleibt mir nur zuzusehen und an deiner Seite zu stehen. Wäre ich ein Mensch, würde es mir das Herze brechen, dich so leiden lassen zu müssen. Aber als Engel sehe ich die Dinge anders und kann einfach da sein. Still, aber trotzdem voller Liebe. Auch wenn du mich nicht spürst, ich bin doch da.“

Das wars? Mehr kommt nicht? Was hilft mir das?
Wie nett, dass du da bist, aber nur da? Was soll mir das helfen?

Erneut sacke ich zusammen, Tränen kullern weiter über meine Wangen.
Ich will doch nur eine Hand, die mich hält, die mich aus diesem Loch zieht, damit ich wieder anfangen kann, von neu, anders, besser, … Ja, es kann nur besser werden. Schlimmer geht es nicht mehr.

Hier sitze ich. Kenn‘ mich nicht mehr aus. 
Wünsche mir so sehr, dass ein Engel auftaucht, eine Fee, egal, irgendwas, das mich erlöst,
von diesem Schmerz, dieser Traurigkeit, dieser Sinnlosigkeit.

Ich atme.
Ein und aus.
Langsam.
Ich will es schaffen. Ich muss da raus.

Lege die Hand wieder auf meine Brust und atme weiter.
Es wird ruhiger.
Meine Tränen stoppen.
Irgendetwas wird anders.
Irgendwoher wird es wärmer.
Irgendwie legt sich meine Verzweiflung.

Ich atme.
Ein und aus.
Spüre ganz genau hin.
Höre mich atmen. 
Es ist besser. 

„Alles wird gut“, höre ich mich wieder zu mir sagen.
Wie, weiß ich immer noch nicht, aber immerhin kann ich wieder ein bisschen daran glauben. 
Langsam stehe ich auf, ohne Plan, ohne Idee, aber mit etwas mehr Mut. 

Hier stehe ich. Kenn‘ mich immer noch nicht aus, aber das stört mich jetzt nicht mehr. 
Aufzustehen hab‘ ich geschafft, das ist ein Erfolg. 
„Alles wird gut“, sag‘ ich mir immer wieder und glaube jedes Mal ein klein wenig mehr daran.

(…)

Diese Momente der völligen Ratlosigkeit, Sinnlosigkeit, Verzweiflung, Angst, … wo man zwischen Weinen, Fluchen und Beten wechselt, weil man keinen Plan mehr hat und sich nichts sehnlichster wünscht, als einen Engel, der sich so verdichtet, dass er ganz in echt vor einem steht, damit man in seine Arme sinken kann, alle offenen Fragen endlich beantwortet bekommt und wieder etwas zuversichtlicher aufstehen und weitermachen kann… diese Momente sind eine Facette des Lebens, die mehr Menschen kennen, als zugeben würden und in die man schneller hineinrutscht, als man es merken mag. 

Dafür muss nichts besonders Bedeutungsvolles geschehen, dafür braucht es nicht unbedingt große Tragödien. Was, wenn es viele, kleine Ereignisse, Situationen, Vorkommnisse waren, die irgendwann nicht mehr erträglich waren, wo nur noch eine Kleinigkeit fehlte, und plötzlich, zack, ist es zu viel. Alles. Jede Kleinigkeit. 
Es kann nach außen hin sogar nicht einmal ein „wirklicher“ Grund erkennbar sein und trotzdem ist die Person am Ende. 

Natürlich sagt es sich als Außenstehende:r leicht:

„Ich verstehe nicht, wie man ständig ausflippen kann!“
„Ich verstehe nicht, dass man sich so gehen lassen kann!“
„Ich verstehe nicht, dass man so frustriert rumlaufen muss!“
„Ich verstehe nicht, dass man sich von Kleinigkeiten so überfordert fühlen kann!“
„Ich verstehe nicht, dass man sich das Leben nehmen will!“
„Burnout? Depressionen? Ha, ja, man kann sich auch was einreden!“

Hm… Vermutlich hat man sich das selbst auch schon über jemand gedacht oder gesagt.

Von außen betrachtet wirkt es immer anders. Nicht immer ist alles so wie es scheint. Und zwar in alle Richtungen. Man weiß es in Wahrheit nicht, denn man kann nur interpretieren, und das tut man mit dem was man aus seiner eigenen Welt kennt, also sehr subjektiv. Man urteilt, weil man es nicht versteht. Aber man würde es vielleicht verstehen, wenn man hinter die Kulissen sehen könnte, aber das kann man meistens nicht, bzw. müsste man dazu den Menschen mit seiner ganzen Geschichte kennen und(!) spüren, dann wäre es im Ansatz möglich, vielleicht. 

Stell dir vor, es wäre möglich, alles zu wissen, zu sehen und zu spüren und Du könntest einen Menschen, der dir begegnet, so wahrnehmen wie er sich selbst, mit all seinen Empfindungen und Erfahrungen. Denkst Du, Du würdest dann immer noch über ihn:sie urteilen? Oder, meinst Du, es bräuchte dann keine Erklärungen, keine Entschuldigungen mehr, weil alles sichtbar und damit völlig klar wäre.
Ja, es wäre wie es wäre, weder gut noch schlecht, es wäre was es ist, und man würde sehr einfühlsam, mit großer Achtung und Respekt vor dem:der anderen, und vor allem in tiefer Liebe unterstützend da sein. Dann bräuchte man sich auch keine Gedanken darüber machen, ob man der anderen Person vertrauen kann, Schuldgefühle wären überflüssig, denn man wüsste, dass man wertvoll ist! Und zwar mit jedem „Fehler“, mit jeder „Niederlage“ und mit jedem „Versagen“.

Aber weil wir alle noch nicht recht wissen, wie man das mit dem Be- und Verurteilen bleiben lässt, wie man jemand mit dem Herzen begegnet, anstatt sich von Macht, Neid und Konkurrenzdenken leiten zu lassen, werden Menschen, die nicht glücklich sind, oder denen es immer wieder oder über einen längeren Zeitraum nicht gut geht, nicht beim nächsten: „Na? Wie geht’s dir?“, mit der Wahrheit herausrücken und sich ihr Leid frei von der Seele reden. Denn das wäre ja ein Armutszeugnis! Da gäbe man doch zu, dass man sein Leben nicht im Griff hätte, und könnte sich auch gleich einen Platz in der Klappse reservieren. 

Ist doch so, oder nicht? 

Aber in Wahrheit ist es kein Armutszeugnis.
Nein, auch kein Versagen. 
Ebenso kein Verbrechen und schon überhaupt ist es keine Schande! 

Es ist eine MÖGLICHKEIT. 

Situationen, Phasen, Lebenslagen, die uns an den Rand der Verzweiflung (oder sogar noch weit darüber hinaus) katapultieren, sind eine Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen, erstens, und zweitens, zu wachsen. Über sich selbst, das Gewohnte, das Bekannte, hinaus. Jede Hürde, die man schafft, erweitert das eigene Repertoire, weil man dazulernen, sich erweitern muss, um sie zu überwinden… (danach ist es keine Herausforderung mehr).

Warum genau soll man sich dann bitte dafür schämen müssen, wenn man völlig planlos, hilflos und entmutigt nicht mehr weiß, was man tun soll, obwohl das ein völlig normaler Ablauf in der Entwicklung ist?! Nur weil alle so tun, als wären sie perfekt, könnten alles und hätten alles im Griff? Geh‘ bitte!! So ein Blödsinn!!! Dann wären wir alle zusammen nicht hier auf der Erde, um zu lernen!

Ein Beispiel (ja, ich liebe Beispiele, weil mein Kopf sich durch praktische, lebensnahe Bespiele gerne überzeugen lässt, vielleicht geht es bei dir auch):
Für ein Kind der 1.Klasse Volksschule ist 5+7 eine große Hürde, weil es über den 10er kommen soll. Alles was es schon gelernt hat, wird es nun brauchen, aber es wird nicht reichen, sondern es wird etwas dazulernen müssen. Während es probiert und übt, welche Methode wohl am besten funktioniert, lernt es sich selbst besser kennen, denn es muss erkennen, was es kann, bzw. was es braucht, um den besten Weg für sich zu finden. Dabei wird es anfangs anstehen und nicht weiterwissen, vielleicht verzweifeln, einige Male probieren und immer wieder üben müssen. Wenn es schließlich seinen Trick zu rechnen gefunden und sogar automatisiert, somit das eigene Repertoire erweitert hat, ist diese Zehnerüberschreitung, egal mit welcher Zahlenkombination, kein Weltuntergang mehr.
Selbstverständlich gibt es Kinder, die das beim ersten Mal rechnen, ohne es als Hürde zu sehen, dann liegt ihnen das und ihre Hindernisse werden sich woanders zeigen. Aber so weit ist klar, was ich mit diesem Beispiel meine, oder?!

Und trotzdem haben genügend von uns den Vogel zu meinen, in allen Belangen, in jeder Situation, in jeder Lebenslage Super(wo)man sein zu wollen/ müssen, bzw. niemals zugeben zu dürfen, dass man etwas nicht hinkriegt, weil man nicht als unfähig oder schwach abgestempelt werden möchte… Ja, es hat sich in unserer Welt so entwickelt, dass man sich als Versager, unnötig und dumm fühlt, wenn man sich nicht mehr zu helfen weiß… Schade, dass wir es so weit gebracht haben. Aber gut, lernen wir langsam wieder um.

Dazu möge man sich folgendes (erneut) klar machen:

So unterschiedlich wir alle sind, so verschieden sind auch die Ursachen für einen Ausnahmezustand, der alle Freude, Lebenslust, Motivation und Zuversicht erschlägt.

Da wir alle ganz individuelle Lernaufgaben, ganz individuelle Hemmschwellen und ganz individuelle Gaben und Talente haben, kann man sich nicht vergleichen.

Niemand ist besser oder schlechter, nur anders.

Es wird immer etwas geben, dass uns vor eine scheinbar unmögliche Herausforderung stellt, auch, wenn wir schon viel Erfahrung gesammelt, Erlebnisse reflektiert, Wissen inhaliert und Weisheit angehäuft haben.

Wenn das Leben einen Grund sieht, uns mit der Bratpfanne eins übern Schädel ziehen zu müssen, wird es das tun. Und dann liegen wir. Ende.

Entscheidend ist nicht, wer man ist, was man hat und wie viel man weiß, sondern, ob man das, was man weiß, verknüpft mit der inneren Weisheit, anwenden kann, um gut/ besser/ schneller wieder auf die Beine zu kommen.

Und selbst wenn man schon sein eigener Guru ist, kann es trotzdem sein, dass das nicht leicht und nicht allein geht. Ich sage nur: Mathematik, Oberstufe, Kompetenzkatalog, mhm… da schwitzen die Besten. Auch „die Besten“ dürfen sich Unterstützung nehmen!

Das klingt so easy cheesy, ich weiß. Wenn man mittendrin ist, findet man solche „Weisheiten“ zum Kotzen. Also, ich zumindest. Ich könnte dann noch mehr ausflippen, wenn ich so etwas lese oder gesagt bekomme: „Verdammte Kacke, ich kenne mich schon genug!!! Ich habe echt schon mehr als genug dazu gelernt, irgendwann kann auch mal Schluss sein! Ich will einfach nur, dass das hier aufhört!!! Ich habe keine Kraft für diesen Wahnsinn hier!!! Und NEIN. Ich will keine Hilfe. Ich. Will. Das. Selbst. Schaffen!!!“. Wenn ich dann „durch“ bin, muss ich immer lächeln über dieses bockige Rumpelstilzchen, das ich sein kann, und meist erkenne ich dann auch recht gut, was ich dazulernen sollte, oder über mich selbst an Erkenntnissen dazugewonnen habe.

Eine meiner „Lieblings“ansagen meines Coaches war: „Elisabeth, du bist kein Eremit. Du lebst unter Menschen, deinen MITmenschen, die genau deshalb so heißen, weil man MITeinander tut. Du tust für jeden, also lass auch die anderen für dich tun.
Das darf ich hier mal so weitergeben.

Also. Liebster Leser! Liebste Leserin!
Zu diesem Thema gäbe es noch Unmengen zu sagen, aber für heute lassen wir es gut sein.
Sei es wie es sei.
Wisse was Du weißt.
Aber erweitere dein System um folgende, sehr wichtige Information:

Ich bin gut.
Ich bin richtig.

Ich bin wertvoll.

Ganz genau so wie ich bin.

Ich darf auch mal nicht weiterwissen.
Ich darf auch mal verzweifeln.
Ich darf auch mal alles hinschmeißen wollen.
Trotzdem bin ich völlig in Ordnung.

Ich werde meine Hürden meistern.
ALLE.
WEIL ICH ES KANN.
Und: Weil ich mir helfen lassen darf.

Alles wird gut.

Sogar noch viel besser!

Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe!

Du schaffst das!


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Foto: Elisabeth Mara Dam

Elisabeth Mara Dam, BEd
Praxis für ganzheitliche Gesundheitsmethoden
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Z-U-V-E-R-S-I-C-H-T

Wie würdest Du Zuversicht definieren?


Ich würde spontan sagen:

Zuversicht ist das Vertrauen, dass selbst in der größten Scheiße irgendwo die Chance hockt und fröhlich winkt.

Etwas Gewählter ausgedrückt:

Zuversicht ist der unbändige Glaube daran, dass selbst in schlimmsten Zeiten Gutes zu erwarten ist.

Oder wer es poetischer möchte:

Zuversicht ist die Gewissheit, dass hinter jeder noch so garstigen Wolkenfront die Sonne mit der Steinschleuder hockt und nur den richtigen Moment abwartet.

Weiß nicht, was dir mehr zusagt oder ob Du eine noch passendere Definition parat hast… ich bleib‘ für mich bei Nr.3, ich mag Comics im Kopf…

ZUVERSICHT.
So ein nettes Wort.
Und doch so schwierig in einer Welt, in der man an allen Ecken und Enden das Fürchten lernen kann.

Damit ist jetzt nicht automatisch eine globale Herausforderung gemeint, das kann auch etwas viel Persönlicheres sein, etwas, das die eigene, kleine Welt plötzlich sinnlos erscheinen lässt oder herzlos in Stücke reißt. Denn, ob im Großen oder Kleinen, jedes für sich hat ausreichend Potenzial, um uns verzweifeln zu lassen, der Unterschied liegt einzig darin, dass beispielsweise ein weltbewegendes Virus, große (Natur)Katastrophen oder Kriege zur gleichen Zeit mit ähnlichem Werkzeug an den Zuversichts-Mauern aller Beteiligten rütteln, wogegen persönliche Schicksale den Optimismus sehr individuell in die Flucht zu schlagen versuchen. Treffen womöglich auch noch beide gleichzeitig ein, wird es zu einer der größten Challenges, die einem gestellt werden können. Spätestens dann wird man eher nicht am Lagerfeuer darüber sinnieren, was das Gute an der ganzen Sache sein kann, sondern dazu tendieren, vor lauter Niederschmetterung die Zuversicht gleich im Keller zu vergraben und sicherheitshalber einzubetonieren.

Kann man. Wäre absolut nachvollziehbar. Sollte man aber trotzdem nicht.

Aha. Wie soll man denn bitte bei dem ganzen Schmarrn, der momentan abgeht, positiv gestimmt bleiben? Und wenn man Haus/ Arbeit/ Familie verliert… soll man dann vielleicht auch noch jubeln, oder wie? Es gibt Dinge, die sind weder witzig noch finden sich Gründe um zuversichtlich zu bleiben.

Nun, ich bin mir sicher, auch Du kennst Menschen, die während Katastrophen andere mit Humor unterhalten und ablenken können… Menschen, deren Leben völlig entgleist ist und die dennoch daran glauben, dass alles wieder gut wird… Menschen, die sehen, dass alles zerstört ist und voller Tatendrang wieder neu beginnen… Menschen, die in einer schmerzhaften Krise stecken und trotzdem liebevoll mit ihren Mitmenschen umgehen… Menschen, die den Kopf nicht hängen lassen, sondern zuversichtlich bleiben…

Und jetzt sind wir dort, wo ich hin möchte… Wie kriegen diese Menschen das mit der Zuversicht hin?

Wenn man ein wenig sucht, finden sich bestimmt zig Ansätze, Ideen, etc., mit dieser EINEN, ULTIMATIVEN, UNGLAUBLICH WIRKUNGSVOLLEN METHODE, wie man in nur 7 Tagen von Zuversicht GEFLUTET wird und sie NIE WIEDER verliert, obendrein gibt’s auch noch DAS MEGA PAKET GLÜCKLICHSEIN dazu geschenkt, GRATIS, sogar gleich doppelt!!, aber nur, wenn man sofort mitmacht und gleich mit dem ersten Schritt dieser NOCH NIE DAGEWESENEN Methode beginnt… (Werbefernsehen prägt, ich weiß)

Ja, es gibt sicher geniale Methoden, aber, wenn ich den Nagel nicht auf den Kopf treffe, kann ich noch so viel drumherum hämmern, das wird nix werden… Was ich damit sagen will: es gibt eine entscheidende Einsicht, hat man diese gewonnen, wird es egal sein, welche Methode, Übung, Regel,… man anwendet, weil sich das Blatt dann von selbst zu wenden beginnt…


GLÜCKLICH zu sein
ist eine ganz persönliche Sache.
Eine sehr persönliche Entscheidung.
Nichts und niemand ist dafür verantwortlich.

Nur DU.


Du bist der Knackpunkt.

Ja. Kennen wir. Wissen wir.

Vergessen wir. Deshalb einmal zur Erinnerung:

Glücklichsein und Zuversicht kann man weder trennen noch kommen und gehen sie, wie es ihnen passt, sondern, sie sind hier, bei dir, immer. Aber Du entscheidest, ob sie dich an der Hand nehmen dürfen, in die Besenkammer zum Einschauen müssen oder sogar vergraben werden, weil du lieber gefrustet und stinkig dahinvegetieren möchtest.

Ehrlich gesagt… manchmal will ich das schon. Da bin ich von etwas derart enttäuscht, unendlich traurig und hilflos wütend und kippe mich (aus Gewohnheit) mit Anlauf und Arschbombe zuerst mal in ein Prinzessinnen-Kurzdrama, dass sich meine Zuversicht tatsächlich von selbst in den Keller verzieht.
Das ist auch o.k.. Haben wir so ausgemacht. Ja, wirklich. Nachts mal. Anno dazumal. Bei einem Glas Wein im Mondenschein. Nur wir zwei. Die Zuversicht und ich. Ich sagte, ich möchte gerne, wenn es gerade für mich ein Drama ist, kurz in diesem zerfließen und mir selbst sagen, wie arm ich bin, wie Scheiße alles ist und was das Leben für ein Dreck ist. Und meine Zuversicht meinte, das könne sie nicht mit ansehen. Also, war der Deal: ich fluche, sie flüchtet und danach treffen wir uns wieder um Plan B (C, D, E,…) durchzugehen.

Kann ich dir wärmstens empfehlen, falls du auch so ein Kurz- mal- Drama- Typ bist. Ok, das war jetzt komplett gelogen. Verschwende deine Zeit bitte sinnvoller. Ja, sogar Nasenbohren hätte mehr Sinn.
Aber damit soll es das hier noch nicht gewesen sein, was wäre das denn bitte für ein unnötiger Artikel?! pffff…

Natürlich habe ich mir überlegt, was mein Ding ist, wie ich das mache, dass ich positiv bleibe, selbst wenn es augenscheinlich keine Gründe gibt und somit stelle ich dir, neiiiin, nicht DIE ultimate- outstanding- mindblowing- life- changing- method meines Every- day in- confidence Programms vor (hab‘ leider den Guru-Trainer-Delux noch nicht in der Tasche), sondern ich habe bloß ein paar Anregungen und Ideen für dich zusammengetragen, aus dem was ich mache, was mir persönlich hilft, in Situationen oder Lebenslagen, auf die ich gerne mal verzichtet hätte, und freue mich, wenn etwas dabei ist, das dir weiterhilft.

Also, aufgepasst, jetzt kommt’s:

Z-U-V-E-R-S-I-C-H-T wie…


Z wie Zaubermorgen
U wie Ungeheuer
V wie V.I.P.s
E wie Ernst muss warten
R wie Raus, aber dalli!
S wie Sich-selbst-bewusst-sein
I wie Ignoranz von Irrelevantem
C wie Chaos vor Kosmos
H wie Herzgehüpfe
T wie Tanz‘ mal drüber nach


O.k., jetzt bist Du noch nicht recht viel schlauer. Ich erlaube mir, dazu ein paar Worte zu schreiben (Du weißt, kurzfassen ist keines meiner Talente, es werden vermutlich ein paar mehr Worte sein, aber die sind es wert gelesen zu werden, versprochen!)

ZAUBERMORGEN.

Jeder Morgen (ver)zaubert deinen Tag. Wenn Du das zulässt. Du entscheidest, es ist allein deine Verantwortung, wie er sich entwickelt. Jeder Morgen schenkt dir Möglichkeit, wieder neu zu starten, den Tag neu/ anders/ besser/ schöner/ … zu zaubern. Es ist immer wieder deine Chance, das Beste aus allem zu machen. Das heißt nicht, dass jeder Tag der beste oder besser als der vorige sein muss, denn damit würde man sich nur selbst den Druck machen, nach Perfektionismus zu streben und das ist erstens unmenschlich und zweitens Blödsinn. Ich möchte dir nur sagen, dass eine Nacht dazwischen wahre Wunder bewirken kann, weil Du in dieser Zeit aufhörst, ständig im Kreis zu denken, krampfhaft mit dem Verstand Lösungen zu finden oder auf alles zu schimpfen. Dadurch übergibst du an Gott/ das Universum/ deine Guides/ die Engel (…) und lässt sie für dich die Fäden auf einer höheren Ebene ziehen. Wenn Du dann wieder deine Augen öffnest, wird dich ein neuer Morgen mit offenen Armen erwarten.
Geht also alles schief und ich habe nicht die geringste Ahnung, was und wie ich tun soll, versuche ich mich durch den Tag zu retten und vertraue darauf, dass der nächste Morgen ein Fünkchen (oder auch mehr) Idee mit sich bringt, die mir weiterhilft, denn jeder Morgen ist ein neuer Anfang „und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ (Hermann Hesse)

UNGEHEUER.

Erinnere dich daran, dass Du stark genug bist und alles in dir trägst, was Du brauchst, um alle Ungeheuer, die dich zum Kampfe fordern, zu entwaffnen. Jedes Hindernis, jede Herausforderung und jede noch so harte Situation, kannst Du meistern, denn Du kriegst nur das präsentiert, was Du auch schaffen kannst. Die Frage ist nur, wie Du sie besiegen willst und, ob Du wirklich kämpfen musst… Ist es gut, deine Energie für den Kampf zu ver(sch)wenden? Stell dir vor, ein ekelhaftes Monstrum steht vor dir, stinkend, mit Warzen, Krallen und seine grauslichen, spitzen Zähne fletschend… Du. Verziehst keine Miene. Schaust ihm mit deinem besten Pokerface ins Gesicht. Stille. Plötzlich ziehst du einen mega Lautsprecher unter deinem Hemd hervor (ja, das geht, in Comics geht das auch), drehst volle Kanne Musik auf und tanzt so irre herum, dass das Ungeheuer in einen schockähnlichen Zustand verfällt und Du tanzend das Weite suchen kannst… oder: Du grinst einfach nur dümmlich, setzt einen möglichst lassiv-verstörten Blick auf und zwinkerst ihm derart verführerisch zu, dass es angewidert selbst die Flucht ergreift… oder oder oder (mir fällt noch genug Blödsinn ein, stets zu Diensten). Merke: Humor wirkt besser als Kampfansagen, denn Ungeheuer sind old-school und rechnen nicht mit so einem Schwachsinn… also… wähle weise, wie Du deine Ungeheuer besiegst, großer Padawan…

V.I.P.s

Wer sind sie? Welche Personen sind wirklich wichtig? Wer tut dir wirklich gut? Wo steigt dein Energielevel? Genau diese Menschen sind deine VIPs. Pflege diese Freundschaften. In Zeiten, die dich ohnehin fordern, ist das Letzte, das Du brauchst, Menschen, die sudern und jammern, Schauermärchen erzählen und den Teufel an die Wand malen (prinzipiell braucht man die nie, aber in schwierigen Zeiten schon überhaupt nicht!). Umgib dich mit Menschen, bei denen Du frei deine Meinung äußern und deine Gefühle zeigen kannst, mit denen Du lachen und, wenn notwendig, weinen kannst, die dich vielleicht ablenken, einfach Menschen, bei denen Du richtig bist, so wie Du bist, auch wenn es dir nicht gut geht. Wenn Du ein Mensch bist, der viel Redebedarf hat, wenn ihn etwas beschäftigt, dann rede mit Menschen, die dir aufmerksam zuhören und deinen Redeschwall mit all deinen (vielleicht auch sehr schrägen) Überlegungen zu deiner Situation laufen lassen, um dann mit dir aus dem Gedankenrad auszusteigen. Manchmal muss der Schrott aus dem Hirn, damit überhaupt andere Sichtweisen Platz bekommen. Mit den richtigen Menschen hältst Du dich selbst bei dir und es gelingt dir eher, wieder Mut zu fassen, Hoffnung zu schöpfen und deinen Blickwinkel zu verändern. Und manchmal tut es wirklich gut, zu hören, wie dich einer deiner Herzensmenschen sieht, damit Du wieder daran erinnert wirst, wie wunderbar toll Du bist.

ERNST MUSS WARTEN.

(Attentione: Falls dein Mann Ernst heißt, mögest Du bitte diese Passage nicht, ich betone NICHT, auf ihn beziehen.)
Niemand, wirklich niemand findet Ernst lustig, jeder fürchtet sich vor ihm, zurecht, er ist auch das Nr 1 Schauermärchen sämtlicher Erwachsener…Wenn der Ernst des Lebens eintrifft, dann ist der Spaß vorbei, heißt es. Als Kind dachte ich immer, wenn ich dem mal begegne, werde ich ihn voll brutal ignorieren… Dann lernte ich den Freund meiner Tante kennen, Ernst. Zu seinem Glück hatte dieser nichts mit seinem Namen gemein, also wurde er nicht Zielscheibe meiner bitterlichen Absichten. Mein Ignoranz-Vorhaben legte ich allerdings nicht ganz still. Ich adaptierte es. Ernst bekam den Passierschein A38, für alle nicht-Asterix-Insider: Ernst muss warten. Und zwar so lange wie ich meine, dass er das tun soll. Wofür das gut sein soll? In einem Zustand, der unsere Zuversicht verabschiedet, wird dem Humor schon angst und bange, wenn wir dann obendrein auch noch den Ernst zum täglichen Nachmittagsplausch laden, rennt uns der Spaß samt Kurve davon… das geht gar nicht! So ernst die Sachlage sein mag, so wichtig ist es, den Humor bei Laune zu halten, und wenn er schwärzer als die Nacht ist, Hauptsache gelacht! Da Ernst und seine Kumpels, Alltag und Verpflichtungen, ohnehin nicht abzuwimmeln sind, ist es völlig legitim, sie warten zu lassen, um sich mit dem Humor zu vergnügen. Ja, das geht. Immer. Und wenn es nur sehr kurz ist. Es reichen viele wunzikleine Momente, in denen wir schmunzeln, grinsen, lächeln oder sogar herzhaft lachen… bis die Zuversicht Wind davon bekommt, dass der Humor noch nicht gegangen ist… Sie wird umdrehen, denn sie ist immer lieber da, wo auch er ist.

RAUS, ABER DALLI!

Wir hocken alle viel zu viel drinnen, sind dauernd von Unmengen an Menschen, Geschichten und Zeugs umgeben und holen teilweise nicht mal mehr ordentlich tief Luft. Wie bitte soll man einen klaren Kopf kriegen und klare Gedanken fassen, wenn man sich selbst unter all dem Geschehen nicht mehr klar erkennen kann?! Auch, wenn Du tolle, dich aufbauende und wertschätzende Menschen um dich hast, ist es absolut notwendig, dich hin und wieder auszuklinken, ganz für dich zu sein, deine Energie und deine Kraft wieder ganz für dich zu beanspruchen und aufzutanken… und zwar in Mutter Natur. Wir sind keine Maschinen, keine Roboter, keine Puppen, sondern Lebewesen, die in der Natur lebendig bleiben bzw. es wieder werden. Vor allem dann, wenn nichts mehr geht, alles zu viel ist, alles zu traurig ist, alles zum Schreien ist… ab nach draußen. Sofort! Nimm alles an Wut, Ärger, Verzweiflung, Angst, Trauer, etc. mit und geh‘. Atme den Dreck raus, atme tief wieder ein und hol‘ dir damit neue Energie in dein System. Mutter Natur ist die beste und ganzheitlichste Therapeutin, die Du bekommen kannst und die Zeit, die Du dir in der Natur gönnst, kann dir kein Wellnessprogramm der Welt bieten.
(P.S.: für alle Mamis, die nicht einfach so allein abhauen können: Du musst dazu nicht alleine sein, pack‘ deine Stöpsel zusammen und raus aus den vier Wänden, und wenn es nur in den Garten ist.)

SICH-SELBST-BEWUSST-SEIN.

Wie bin ich in Ausnahmezuständen? Was tue ich? Was bräuchte ich? … Und ist das alles überhaupt sinnvoll? Bin ich nicht ein kompletter Depp, wenn ich so bin? Wenn man glücklich ist, ist es recht einfach sich selbst zu akzeptieren, zu mögen, sogar zu lieben, weil man nicht unbedingt etwas zu meckern hat. Ist allerdings Ausnahmezustand, geraten auch wir in Zustände, in denen wir uns wenig leiden können, wenn nicht sogar selbst hassen. Jeder hat so sein Ding, wie er mit Herausforderungen umgeht. Nicht immer ist das zielführend oder sinnvoll, es entstand nur irgendwann aus dem, was man erfahren, gesehen und gelernt hat. Ändern kann man es aber nur, wenn man sich überhaupt bewusstwird, in welches Muster man hüpft. Ich persönlich finde es unglaublich dumm, wenn es so weit kommt, dass ich mich in meinem selbst aufgebauschten Drama vergrabe, anstatt meine Hosenträger zu straffen und aus meinem Mauseloch zu kriechen… Nun, ich möchte das gerne ändern, kann es aber nicht so schnell, ich brauche einfach meine Zeit (Stier eben). Meine Taktik ist momentan, mir zuzusehen und mich sein zu lassen, und dabei zu versuchen (so gut ich es hinkriege), mich nicht ununterbrochen zu schimpfen, wie dämlich das ist, was ich da mache, wenn ich ja ganz genau weiß, dass in Selbstmitleid zu zerfließen nichts bringt, und nur bei völligem in-die-Opferrolle-Abdriften einzugreifen. Ich nehme mich also bewusst wahr, an und für voll, obwohl ich weiß, dass es Unsinn ist, denn dann kommt der Punkt, an dem die Bockerei erledigt ist und ich wieder voller Tatendrang, viel schneller. Je weniger ich mich als Depp bezeichne, desto größer ist die Chance herauszufinden, was ich brauche und wie ich besser mit mir und Herausforderungen umgehen kann.

IGNORANZ VON IRRELEVANTEM.

Irrelevant im Sinne von Betrifft es mich? Nein. Gut, dann ignorieren. Irrelevant im Sinne von Ist es jetzt gerade für mich wichtig? Nein. Gut, dann ignorieren. Das heißt, alles was ablenkt und keine Priorität hat, darf sich zu Ernst gesellen: wird ignoriert und kann warten. Aber jetzt bitte nicht dein Kind ignorieren: „Spätzchen, deine volle Kacka-Windel ist jetzt nicht Priorität für Mami, sorry, da musst du jetzt warten, bis ich soweit bin!“…neeeiiin! In schwierigen Situationen ist man bereits mit einer geballten Ladung von Negativem konfrontiert und viele Menschen machen sich dann zusätzlich noch Sorgen und Gedanken um Dinge, die sie entweder gar nicht betreffen oder momentan (für sie) nicht wichtig sind, und dann wird aus einer schwarzen Wolke plötzlich ein Weltuntergang. Blöd ausgedrückt geht es darum, zu filtern, worum man sich tatsächlich sorgen sollte. Wenn man selbst mitten in der Scheidung steckt und der Nachbar mit der Autowerkstatt wiederholt Probleme hat, ist das sein Ding, in das man nicht mit hineinköpfeln muss. Bitte richtig verstehen!! Wenn ich vielleicht die Nummer von einem guten Mechaniker habe, ist ihm geholfen, gemeinsam über die Werkstatt und die Angestellten, den Automarkt und sowieso die ganze Autoindustrie herzuziehen ist eine Freizeitbeschäftigung, die niemand hilft. Anderes Beispiel: Eine Mutter erzählt, dass im Kindergarten diese und jene Maßnahmen getroffen werden, wahrscheinlich, so ungefähr, … hat die Friseurin letztens der Freundin der Schwester erzählt… Gut. Betrifft es dich und dein Kind? Nein? Dann halte dich raus aus dem Drama. Du weißt es nicht, ob es für euch relevant ist? Dann lass es trotzdem. Sollte es dich tatsächlich betreffen, kannst Du zum gegebenen Zeitpunkt immer noch entsprechend reagieren. Sich vorher schon gedanklich zu zerlegen, die Nerven blank zu legen und alle Horrorszenarien im Kopf durchzuspielen vergeudet Energie um mindestens drei ganze Städte zu bauen, wozu also? Deine Energie folgt deiner Aufmerksamkeit und deine Aufmerksamkeit sollte in außergewöhnlichen Lebenslagen bei für dich Relevantem bleiben.

CHAOS VOR KOSMOS.

Unser Klassenvorstand schwang sich zu jeder Stunde mit demselben Motto durch die Türe: „Bringen wir Kosmos ins Chaos!“. Ich glaube, diesen Satz kann jeder dieser Klasse (sogar sturzbetrunken um 3 Uhr früh) bis heute. Und wie man daraus so schön ableiten kann: jede Ordnung (griech. kósmos) entsteht aus einer Unordnung. In unseren Köpfen ist Ordnung gut und Unordnung schlecht, und dementsprechend fühlen wir uns auch, wenn unser geordnetes Leben völlig chaotisch ins Wanken gerät. Aber um ein Zimmer zu entrümpeln oder neu einzurichten, muss es erstmal aus seiner alten Ordnung gerissen werden. Schrankinhalte werden gekippt, Schubladen entleert, Möbel verschoben, Accessoires entfernt, usw. und es wird über einen Zeitraum nicht bequem sein. Das gehört dazu. Nichts anderes passiert, wenn Chaos in unserem Leben ausbricht. Unter solchen Umständen ist es völlig normal, verwirrt, überfordert, genervt, ängstlich (…) zu sein und gleichzeitig keinen Plan zu haben, denn es ist ja alles nicht mehr so wie es war und folglich funktioniert auch nichts mehr so, wie es bisher ging… man hängt in der Luft, fühlt sich leer, fühlt sich einsam und verlassen. Das ist eine Übergangsphase, eine Phase, um von einem ins andere zu kommen, um aus etwas Altem etwas Neues entstehen zu lassen. Wenn man sich das wieder bewusst macht, fällt das Abwarten und Teetrinken etwas leichter. Also, nochmals für den Merkzettel: Chaos ist kein Feind, Chaos ist ein Neubeginn.

HERZGEHÜPFE.

Was musst Du tun, um dich lebendig zu fühlen? Was ist es, dass dich die Welt um dich vergessen lässt? TU ES. Ich überlege gerade, ob damit nicht bereits alles gesagt ist. Vielleicht noch kurz erklärt warum: wenn Du sehr in deinem Kopf verhaftet bist und eigentlich anstehst, bzw. kurz davor bist, die Zuversicht zu verjagen, dann kann es dir helfen, den Gegenspieler zu aktivieren, das Herz. Dinge, die dein Herz zum Hüpfen und dich zum Strahlen bringen, sind Energiebooster der besonderen Art. Sie ermöglichen es dir, dich besser zu fühlen, dich selbst mehr zu mögen und knutschen mit deiner Zuversicht. Muss ich noch mehr erklären? Gut, einen hab‘ ich noch: Der Verstand bringt uns voran, aber für Höhenflüge braucht es das Herz.

TANZ‘ MAL DRÜBER NACH.

Hilft mir extrem. Kopfauslüften ging bei mir am besten beim Laufen, aber manches Mal konnte ich nicht davonlaufen, um mich auszupowern und neu zu sortieren, da war die einzige Möglichkeit zu eskalieren, wenn die Kinder in den Betten waren und das hieß bei mir: Ohrstöpsel rein, Musik auf Anschlag und völlig auspowern. Ich bete, dass das nie ein Nachbar gesehen hat was ich da an desperate-housewife-dancing im Wohnzimmer hingelegt habe, aber es war mir in der Situation völlig egal. Ich tanzte, bis ich nicht mehr atmen konnte, mit so einer Power, als wäre ich als Backgroundtänzerin mit Beyoncé auf der Bühne. Und, oh Wunder, danach war mein Kopf so frei wie nach einer guten Laufrunde. Falls Du mir jetzt mit: „Ach, ich kann doch nicht tanzen…“, kommen willst: ich sagte nicht, melde dich bei Beyoncé, sondern bewege dich, zur Musik, daheim, wo es keiner sieht, das kann jeder (von elegant und im Rhythmus reden wir ein anderes Mal), also: LOS! Earbuds holen, Mukke auf und tanz‘ mal drüber nach!

Meist beherzige ich einen Punkt aus dieser Zuversichts-Checkliste und es klappt wieder mit dem Optimismus, manchmal braucht es aber auch alles, in wirklichen Ausnahmesituationen kann es sogar sein, dass man Punkte wiederholt oder noch mehr davon braucht, aber auch das ist völlig in Ordnung. Und wie Omas so schön zu sagen pflegen: „Hilft’s nix, schadet’s nix!“, also probier‘ alles aus, was dich anspricht und spüre, was deiner Zuversicht schöne Augen macht. Sollten diese Ideen nicht reichen, ist noch immer nicht aller Tage Abend, dann melde dich gerne bei mir, wir schmieden deine ganz persönliche Liste.

… and always remember: DU hast alles in der Hand, Du bist der Knackpunkt, wie ich schon sagte. Du entscheidest, ob deine Zuversicht bleibt oder schreiend die Flucht ergreift bzw. danach doch wieder retour kommt. Und allein diese Erkenntnis, dass sich zwar Umstände und Geschehnisse nicht ändern oder in Luft auflösen lassen, aber man selbst sehr wohl entscheiden kann, wie man mit sich selbst in einer unerwünschten Lage umgehen kann, finde ich persönlich sehr positiv stimmend…

Alles Liebe


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Textänderungen sind nicht erlaubt.


Foto: Elisabeth Mara Dam

Einfach mal …

Ich kann nicht. Ich hab‘ für sowas keine Zeit. Das geht sich nie aus. Wann soll ich das unterbringen? Geht nicht. …

Wirklich? Du hast für dich keine Zeit? Ganz in echt? Also, so fast nie? Du kannst dich selbst nicht in deinem Leben unterbringen? … mhm …

Aber bestimmt hast Du Zeit für deinen Partner oder deine Partnerin, weil das ja selbstverständlich ist, für deine Kinder, immerhin haben die Helden Priorität, für den Nachbarn, der schnell deine Hilfe braucht, für deine Mama, weil sie dich kurz um eine Kleinigkeit gebeten hat, für deinen Hund, weil er sonst sein Geschäft in deinem Zuhause verrichtet, für die Wäsche, weil die ja schon vor Dreck nach dir schreit, für die Terrassenfugen, weil sie sich ohne Füllung so nackt und ungeschützt fühlen …

Ja, du schmunzelst, aber haben wir nicht eher für alles andere Zeit, außer für uns? Bringen wir nicht alles andere in unserem Tagesplan unter, außer uns?
Natürlich gehen wir duschen (also hoffentlich), und keine Frage, das tägliche Zähneputzen ist ein Fixpunkt (außer wir haben zu tief ins Glas geguckt und sehen doppelt, dann kann man das auch mal wegen Sinnlosigkeit ausfallen lassen) und freilich kümmern wir uns um Rasur, Haare, Schminke, etc. … weil das eben dazu gehört (stinkt man ja sonst und hässlich wird’s auch mit der Zeit).

Aber ernsthaft jetzt: ist das alles? Ist dein Körper alles was DICH ausmacht?

Abgesehen davon, dass wir uns meist viel zu wenig Zeit und Mühe geben, unserem Körper die Aufmerksamkeit zu schenken, die er tatsächlich verdient (aber das lassen wir jetzt mal unausgeführt so stehen), vergessen wir ganz, ganz oft darauf, dass wir uns selbst, unserem GANZEN SELBST Zeit schenken, nämlich eine AUS(jetzt-ist-für-mich)-ZEIT.

Ich ebenfalls. Dann wundere ich mich, warum ich herumgrantel, obwohl es keinen Grund gibt, warum mich etwas verärgert, obwohl es mir den Buckel runterrutschen könnte, warum mir etwas Angst macht, das nicht mal ein graues Haar wert ist, warum ich nichts weiterbringe, obwohl ich ja eh Zeit hätte, warum ich an meinen Träumen zweifle, obwohl mir mein Leben immer wieder das Gegenteil beweist, etc … ja, da wundere ich mich so viel, dass jedes anstehende Wunder lieber wartet, bis ich damit fertig bin.

Das ist dann eigentlich schon ein sehr eindeutiger Hinweis darauf, dass ich mich zu viel vergessen habe. Ich bin sicher nicht die Einzige, die sich selbst hin und wieder erfolgreich verdrängt. (Stimmt’s? – High-five!) Kann man ja auch mal eben vergessen, dass es einen gibt. Hahaha. Darum dreht mein System nach einem gewissen Maß an Selbstignoranz das Level „Unrund Herumeiern“ einfach ein paar Stüfchen grauslicher, bis ich mich schließlich erinnere, dass es da ja noch jemanden gibt, der mich braucht, der meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit möchte, immer und immer wieder … weil dieser Jemand mir am allernächsten steht … weil dieser Jemand es absolut verdient hat, dass ich mich um ihn kümmere.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, wie Du das siehst, aber vielleicht solltest du auch ganz dringend…

Einfach mal alles liegen und stehen lassen.
Einfach mal raus.
Einfach mal weg.
Einfach mal auf und davon.

Einfach mal den Verstand links liegen lassen.
Einfach mal alle dummen Gedanken bei Seite schieben.
Einfach mal alle Sorgen gekonnt ignorieren.
Einfach mal alles ausblenden.

Einfach mal die Beine von der Leine lassen.
Einfach mal den Kopf in den Wind halten.
Einfach mal die Augen wirklich aufmachen.
Einfach mal die Ohren auf Durchzug schalten.

Einfach mal tief einatmen.
Einfach mal allen Mist ausatmen.
Einfach mal das Herz weit öffnen.
Einfach mal allen Ballast hinaus befördern.

Einfach mal die Hände zum Himmel hoch strecken.
Einfach mal die wahre Größe erlauben.
Einfach mal die Zehen in die weiche Erde bohren.
Einfach mal einen sicheren Stand einnehmen.

Einfach mal die Ruhe gönnen.
Einfach mal die Natur genießen.
Einfach mal alle Begrenzungen verlieren.
Einfach mal alles fließen lassen.

Einfach wieder den Körper pulsieren hören.
Einfach wieder die Energie wachsen sehen.
Einfach wieder Gelassenheit fühlen.
Einfach wieder Zuversicht empfinden. 

Einfach dich wieder spüren.

Einfach wieder spüren
was Du wirklich fühlst.
Einfach wieder sehen
was deine Welt so wunderbar macht.
Einfach wieder hören
was deine Seele dir flüstern mag.
Einfach wieder leben
wie es dein Herz dir vor-schlägt.

Einfach wieder sein
wer DU wirklich bist.

Weil Du dir selbst wichtig bist
und es verdient hast, Zeit für dich zu haben,
um gut für dich zu sorgen!

Alles Liebe


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Foto: Elisabeth Mara Dam

Viele Wege führen zu Wohlbefinden und Gesundheit

Spiritualität, ganzheitliche und alternative Heilmethoden begleiten mich seit meiner Kindheit und waren/sind immer wieder eine wunderbare Unterstützung für mich und meine Familie. 

sie wären so manche Situationen anders verlaufen und ich verdanke ihr mein Leben. Ohne ÄrztInnen, Krankenhaus, Blutkonserven und modernen medizinischen Möglichkeiten, wäre ich nach meinem schweren Unfall als Kind nicht mehr hier, so aber fehlen mir „nur“ mein Zeigefinger und eine normale Feinmotorik an meiner rechten Hand. 

Bei manchen Erkrankungen oder Beschwerden waren der Schulmedizin allerdings die Hände gebunden in Bezug auf Behandlungsmöglichkeiten und die Ärzte ratlos, wenn sich keine merkliche Besserung einstellte. Hier brachten dann verschiedene alternative Ansätze Heilung, wie bei meiner Schwerhörigkeit als Jugendliche, meinen chronischen Unterleibserkrankungen als junge Frau und zuletzt, als der unschöne Krebsbefund mich eigentlich bereits unters Messer geschickt hätte.

Als Fan einer ganzheitlichen Medizin bin ich der Meinung, dass es viele Wege gibt, die uns zu körperlicher/ geistiger/ seelischer Gesundheit führen können und jede Richtung ihre Berechtigung hat. Wir sind ein komplexes System, einzigartig und unfassbar vielfältig, da braucht es manchmal mehr als nur eine Methode, einen Ansatz, eine Richtung, um in ein ganzheitliches Wohlbefinden (zurück) zu kommen. So finde ich es wunderbar, dass uns neben der konventionellen Medizin eine Fülle an alternativen Möglichkeiten zur Verfügung steht, die wir, je nachdem was uns zusagt, ausprobieren und unterstützend anwenden können, um gut für uns zu sorgen.

Nun schlagen beim Ausdruck „Alternative Heilmethoden“ einige die Hände über dem Kopf zusammen und rufen empört „Hexerei!“. Nun, das muss ja nicht bedeuten, dass man im Globuli-Rausch mit Walle-Gewand und Bio-Schlapfen, eingehüllt in Räucherstäbchen-Schwaden, auf einer Trommel eskalierend und „ooooommm“ jaulend bei Vollmond durch den Garten hopsen muss, weil das Aura und Chakren in nahezu engelsgleiche Schwingungen versetzt, dadurch die allumfassende Liebe auslöst und man dann im Nu von allen Krankheiten und Sorgen geheilt ist… Kann man natürlich so machen! Muss man aber nicht. Und es heißt weder, dass man das gut finden muss, wenn das jemand macht, noch, dass alles „Alternative“ so ist. 

So verschieden wir alle sind, so unterschiedliche Methoden werden wir finden. Gut so, denn jeder braucht etwas anderes, jeder möchte etwas anderes und bei jedem wirkt etwas anderes. Recht intolerant auf die persönliche Einstellung bezüglich Schul- oder Alternativmedizin als das jeweils „einzig Wahre“ zu pochen, ist genauso unnötig, wie zu urteilen, ob das was jemand für seine Gesundheit, sein Wohlbefinden und seine Lebensfreude tut oder ausprobiert, richtig oder falsch, wissenschaftlich fundiert oder „Placebo Humbug“ ist, denn richtig ist alles, was uns selbst gut tut, uns weiterhilft, uns zu Wohlbefinden verhilft, uns gesund hält… (natürlich nie auf Kosten anderer). Wir dürfen alle frei entscheiden, ob und wie wir uns selbst etwas Gutes tun möchten …

… und wenn es das tägliche Anbeten einer vergoldeten Klopapierrolle im Garten bei Sonnenaufgang ist, das jemand derart motiviert, dass er/sie glücklich in den Tag startet und so Körper, Geist und Seele beflügelt, soll es bitte so sein. Ich bin ja der Meinung, je mehr Menschen beflügelt, sprich, zufrieden durch die Welt tänzeln, umso schöner wird es hier werden… und das wollen wir doch, oder nicht?

Herzlichst


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